Alles schmeckt nach Abschied | 2016
Einleitung

Am 23. November 1963 begann die ostdeutsche Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973) die Arbeit an ihrem Roman Franziska Linkerhand. Ihr Ziel war es, ein von Wut und Traurigkeit erfülltes Buch zu schreiben, das schlimm ausgehen sollte. Politische Obstruktion, Diffamierung und persönliche Mißgeschicke, zwangen Reimann, ihren Roman unvollendet zu lassen.

Alles schmeckt nach Abschied ist ein fragmentarisches und melancholisches Portrait einer leidenschaftlichen, unruhigen, aufrichtigen und unbeugsamen Frau, die versucht, sich ihrem Schicksal zu stellen. Die feste Entschlossenheit, ohne politische oder moralische Einschränkung zu schreiben, könnte als roter Faden für das ganze Werk gesehen werden. Ein Stück über Schreiben gegen den Strich und über Loslassen.

Die 26 Sätze der Komposition sind in drei Teile strukturiert. Jeder Teil behandelt ein spezifisches Hindernis, mit dem Reimann während der Arbeit an ihrem Roman konfrontiert war. Die drei Hindernisse sind Politik, Liebe und Krankheit. Symbolbilder, die eine bestimmte Stimmung oder Szene schildern, werden den drei Teilen vorangestellt. Die verwendeten Textfragmente stammen aus Reimanns Tagebüchern von 1968 bis 1970 und aus Briefen an ihre engste Freundin Irmgard Weinhofen von 1972.

Alles schmeckt nach Abschied wurde für Duo Songways: Julia Oesch (Mezzosopran) und Jens Barnieck (Klavier) komponiert.


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Werke



Besetzung

    Mezzosopran

    Klavier

Aufführungsdauer

    ca. 33’

Textfragmente

    Brigitte Reimann


Notenbeispiel